Lesen durch Schreiben und Lara und ihre Freunde

Die vom Schweizer Reformpädagogen Dr. Jürgen Reichen entwickelte Unterrichtsmethode Lesen durch Schreiben und das dazughörige Lara und ihre Freunde sind nicht in ein paar Sätzen darstell- und vermittelbar.
Um der Methode halbwegs gerecht zu werden, sind wir gerade dabei, eine neue Internetpräsenz zu diesem Themenkomplex zu erstellen. In Zusammenarbeit mit unseren Autoren soll dazu auch deren Seite lesen-durch-schreiben.org in die neue lesen-durch-schreiben.de Seite integriert werden.

Die Schwierigkeit beginnt schon damit zu entscheiden, ob man hier Informationen für die Eltern oder für Lehrerinnen und Lehrer anbietet, denn naturgemäß sind die Erwartungen, die Eltern an Informationen bezüglich Lesen durch Schreiben und Lara und ihre Freunde haben, komplett andere, als die von Lehrerinnen und Lehrern.

Wir werden also zunächst ein paar allgemeine Informationen geben und Sie dann bitten, sich über einen Klick auf den entsprechenden Button auf der Eltern- bzw. Lehrer*innen-Seite weiter zu informieren.

Um Lesen durch Schreiben zu verstehen, muss man sich zunächst auf ein paar Grundüberzeugungen einigen.
Wir leben jetzt im 21. Jahrhundert, und in d i e s e m  Jahrhundert müssen sich die Kinder bewähren. Die Anforderungen, die Kinder bewältigen müssen, sowohl im Privat- wie auch vor allem im Berufsleben, sind inzwischen gänzlich Andere, als zu Zeiten, in denen wir alle in die Schule gegangen sind.
Klar, auch Heute müssen die fachlichen Qialifikationen, also die sog. Hard Skills passen, viel wichtiger sind aber inzwischen die sog. Soft Skills.
Heute muss man
– empathisch
– kreativ
– teamfähig
– flexibel
– lösungsorientiert
– kommunikativ
– analytisch
– kritikfähig
sein.
Dies ist mit einer Schule von Gestern, mit einer Unterrichtslehre aus dem 18. und 19. Jahrhundert, nach der (wie im Fibelunterricht) alle Kinder im Gleichschritt lernen, dazu angehalten werden, nicht eigenständig zu lernen, sondern das “nachzuplappern” was ihnen Lehrer oder Lehrerin vorgeben, in dem es in erster Linie darum geht, besser zu sein als der/die Andere, nicht zu bewerkstelligen.

Und genau dies ist der Ansatz von Lesen durch Schreiben, und dem ebenfalls von Dr. Jürgen Reichen entwickelten Werkstattunterricht.
Lesen durch Schreiben und Lara und ihre Freunde setzen auf
– individuelles Lernen, d.h. jedes Kind lernt genau in der ihm eigenen Lerngeschwindigkeit
– gemeinsames (Er-)arbeiten von Themen
– Übernahme von Verantwortung (“Chefsystem”)
– Förderung der individuellen Kreativität z.B. durch Freies Schreiben, vom ersten Tag an

Die Kinder lernen somit vom ersten Schultag an genau die Soft Skills, die heutzutage erwartet werden.

Lesen durch Schreiben, Lara und ihre Freunde und der Werkstattunterricht setzen genau das um, was die Hirnforschung inzwischen bestätigt:
– Kinder wollen lernen, denn unser Gehirn kann gar nicht anders, als immerzu zu lernen
– Kinder lernen umso mehr, je weniger man ihnen beibringt
– nachhaltiges Lernen funktioniert nur in Zusammenhang mit positiven Emotionen, sprich mit Spaß und Freude
– nachhaltiges Lernen funktioniert nur, wenn man die Kinder nicht zum Subjekt degradiert, indem sie sich fremdgesteuert der Fibel und der Lehrerin/dem Lehrer unterwerfen müssen

Ob Sie nun Eltern sind oder Lehrerin oder Lehrer:
Lassen Sie sich nicht von der, zwar medial lauten, nichtsdestotrotz aber unsachlichen und ungerechtfertigten Kritik an der Methode verunsichern, sondern haben Sie das Vertrauen in die Kinder, dass diese lernen wollen und auch lernen können – auch, wenn man sie nicht, so wie wir es kennengelernt haben, belehrt.
Es hat einen Grund, dass in schöner Regelmäßigkeit gerade die Schulen zur “Schule des Jahres” gekürt werden, die sich zu Lesen durch Schreiben bekennen (wie z.B. die Martinschule in Greifswald 2018) oder aber auf der Grundlage von Dr. Jürgen Reichens Methoden unterrichten.